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In den See, in den See

25. Juni 2019: Marina Brandenburg-Plaue – braucht man nicht

Wir machen in der Marina Brandenburg-Plaue fest. Sowohl Land wie Stadt Brandenburg als auch der Stadtteil Plaue sollten die Namenswahl anfechten. Der Hafen ist ein Drecksloch.

Es geht schon bei der Ankunft los. Obwohl Barbara vor zwei Tagen reserviert hat und auf den Strombedarf aufgrund der hitzeunbeständigen Hunde hingewiesen hat, läuft die Ankunft wie folgt ab: Die zugewiesenen Gastliegeplätze sind alle belegt. Auf Anruf bei der Hafenverwaltung zunächst auf berlinerisch-blöd „ich weiß ja nicht, in welchem Hafen Sie nun sind…“. Nachdem man sich darauf einigen konnte, dass wir von demselben Hafen sprechen, der Vorschlag, an den neuen Steg ohne Stromsäulen zu gehen. Mein Hinweis, wir bräuchten aber Strom, wird nur mit „tja“ und Schweigen quittiert. Nach langer Schweigepause „dann müssen Sie sich halt einen freien Platz suchen und ein langes Stromkabel mitbringen, weil nur die Säulen an der Stegspitze mit Münzen funktionieren“. Wir machen das, obwohl schon reichlich genervt von dieser debil-gnädigen Gangart meines Telefonpartners. Es stellt sich heraus, dass auch alle Gastlieger-Stromdosen belegt sind. Wir geben auf, bleiben ohne Strom und legen wieder nasse Hundehandtücher zur Kühlung aus. Es ist ja schon fast sieben Uhr.

Blick über die Marina Brandenburg-Plaue in Plaue auf dem Plauer See
Marina Brandenburg-Plaue

Ich geh mit Lisbeth raus. Beim Bau des Stegs scheinen die Bretter knapp geworden zu sein. Die Lücken zwischen den Brettern sind teils mehrere Zentimeter breit. Viele Latten sind angemorscht und lösen sich ab. Die Stegverkleidung bröckelt. Ein echter Knochenbrecher, nicht nur für die Hunde.

Endlich an Land, finde ich mich auf einem Schrottplatz wieder. Dem Namen nach soll das ein Verkaufshafen für Gebrauchtboote sein. Von dem, was hier rumliegt, lässt sich aber nicht mehr viel verkaufen, allenfalls der Metallwert könnte bei einigen Exponaten noch erzielt werden. Dazu Öllachen, Lappen, die klassischen Rückstände schlampiger Mechaniker eben. Zwischen den Schrottbooten wächst Dornengestrüpp.

Bei der Slipping liegen tote Fische rum, und nicht erst seit heute und auch nicht erst seit gestern. Auf die Frage an einen Herrn, der gerade sein Boot lackiert, wo es hier Mülltonnen gäbe, nur die Antwort „hier gar nicht, da müssten Sie ganz außen rum laufen, aber Ihren Hundekot nehmen Sie mit“, als ob das nicht offensichtlich ist, wenn ich die Hundehinterlassenschaften in einer Tüte neben mir hertrage.

Published inDeutschlandRouten

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