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Hund über Bord

Nun ist passiert, wovor ich mich fürchte, seit wir das Boot bezogen haben: Bulldog Xabi, 10 Monate alt und motorisch unkoordiniert wie alle Teenager, rennt beim Einsteigen übereifrig Lisbeth hinterher, rutscht auf dem Deck ab und verschwindet in der Spalte zwischen Quai und Rumpf. Bevor ich nachfassen kann, geht er unter. Natürlich verliert er unter Wasser auch gleich das K9-Geschirr mit Leine. Immerhin ist es, anders als in meinem Albtraum, nicht dunkel, und es ist auch kein Strömungsgewässer, sondern ein Seehafen.

Dieser Hundeblick bringt alle Herzen zum Schmelzen
Xabi mit seinem besten „Hab mich lieb“-Blick

Wer schon mal eine englische Bulldogge hat schwimmen sehen – hatte ganz klar Halluzinationen, denn diese Hunde können nicht schwimmen. Aufgrund ihrer Körperform ist das physikalisch einfach nicht möglich. Darum hechtet Thomas auch sofort hinterher, ohne nachzudenken. Xabi hat sich kurzfristig ein bisschen an die Oberfläche gestrampelt, und Thomas bekommt ihn zu fassen. Zusammen mit einem herbeigeeilten französischen Bully-Besitzer gelingt es uns, den zappelnden, nassen und glitschigen Hund (Trockengewicht 25 kg) auf den Quai zu hieven. Thomas schwimmt ein paar Meter zu einer Leiter und rettet sich ebenfalls an Land. Das Wasser ist zum Glück wärmer als wir dachten.

Nachdem der erste Schock abgeklungen ist, ziehen wir Bilanz: Thomas‘ Brille ist futsch, sein iPhone ist nass, und an der Wade hat er einen heftigen Pferdekuss abbekommen (wobei uns der Hergang des letzteren bis heute unklar ist). Xabi ist der Schreck noch deutlich anzumerken, aber nachdem er das ganze verschluckte Salzwasser wieder losgeworden ist, erholt er sich langsam. Den Rest des Tages ist er sehr anhänglich.

Auf Thomas' Wade bildet sich ein riesiger, tiefschwarzer Bluterguss
Der Pferdekuss auf Thomas‘ Wade
Das K9-Geschirr sieht sehr hübsch aus, hält aber leider nicht so gut
Das K9-Geschirr im Straßenarbeiter-Look mit Aufschrift „Markierungsarbeiten“

Meine erste Handlung, als alle wieder trocken sind: ein neues Geschirr für Xabi recherchieren, das besser hält als das K9 – bereits vor seinem Sturz ins Wasser hatte mein Bär es nämlich schon raus, sich rückwärts gehend aus dem Geschirr zu befreien, trotz Extra-Brustgurt. Ich werde schnell fündig bei hund-unterwegs.de und bestelle ein Ruffwear Web Master Harness in Himmelblau. Die Leute bei hund-unterwegs.de sind supernett und sorgen dafür, dass das Päckchen zügig nach Gruissan in die Capitainerie geliefert wird.

Das neue Geschirr ist eine deutliche Verbesserung in Sachen Sicherheit. Xabi sieht zwar jetzt aus, als würde er einen altmodischen Badeanzug tragen, aber er hat es noch nicht geschafft, sich aus dem Teil zu befreien.

Das neue Ruffwear Geschirr sitzt deutlich besser
Das neue Geschirr

Übrigens haben die Hunde natürlich auch Schwimmwesten, aber leider liegt der Bauchgurt bei den Jungs so ungünstig, das sie damit nicht pinkeln können. Die Dinger sind also keine Alternative zum Geschirr beim Gassi gehen.

Eine neue Brille für Thomas haben wir inzwischen auch besorgt, und das iPhone 8, das sich drei Tage in einer Frischhaltebox mit Reis ausruhen durfte, scheint das Bad im Salzwasser erstaunlicher Weise unbeschadet überstanden zu haben. Und, fast noch erstaunlicher, Xabi hat keine Furcht vor dem Wasser zurückbehalten, sondern plantscht am Strand ganz fröhlich und unbeschwert weiter.

Published inHund an Bord

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