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Die Lagunen-Insel Maguelone

17.09.2018 – Maguelone – Canal du Rhône à Sète – 13 km 2 Stunden

Um 8:30 Uhr, pünktlich wie die Maurer, öffnet sich die Hebebrücke von Frontignan und wir fahren los. Interessant: Die auf der Karte vermerkten Naturanleger (PR 58 les Aresquiers und PR 57 Mas d’Angoulème), die wir ursprünglich als Alternative zu Frontignan angedacht hatten, sind allesamt entweder aufgrund unzureichenden Tiefgangs oder aufgrund der etwa 5 cm unter der Wasserlinie verlaufenden Betonstufe für uns ungeeignet. Mit den Schwimmfendern können wir die A.W.O.L. nicht von Unterwassermauern fernhalten. Man benötigt hier zum Beispiel zwei kleine Motorradreifen als Abstandhalter, welche auch unter Wasser funktionieren. Unser britischer Stegnachbar in Frontignan war erfindungsreich und hat sich einen kleinen Fender mit Sand befüllt, damit dieser tiefer in das Wasser eintaucht.

Hinter Frontignan verläuft der Canal du Rhône à Sète zwischen unzähligen Lagunen, so dass sich auch jenseits der Kanalmauern große Wasserflächen erstrecken.

Der Kanal du Rhône à Sète führt zwischen den Lagunen hindurch
Fahrt zwischen den Lagunen

Am Ufer nahe der Lagunen-Insel Maguelone finden wir glücklicherweise einen großen vormontierten LKW Reifen, welcher uns das Anlegen an der Unterwasserstufe ermöglicht. Zusammen mit unserer Gangway schaffen wir hier eine stabile Lösung und beschließen, die Nacht zu verbringen.

Ohne Unterwasserfender ist ein Anlegen an dieser Stelle des Kanals mit unserem Boot unmöglich
Ein LKW-Reifen dient als Unterwasserfender
Um am Anleger bei Maguelone aus dem Boot steigen zu können, benötigt man eine Gangway
Ohne Gangway ist der Ausstieg hier schwierig

Maguelone liegt als Lagunen-Insel zwischen den Étang du Prèvost, Étang de l’Arnel und Étang de Pierre Blanche und hat eine interessante Geschichte, eigenen Weinanbau und eine sehenswerte ehemalige romanische Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert zu bieten.

Die ehemalige Kathedrale von Maguelone ist ein impossanter Bau
Ehemalige Kathedrale von Maguelone

Beim Aussichtspunkt auf dem Kathedralhügel treffe ich ein Geschwisterpaar, beide jenseits der 75, sie wohnt an der Côte d’Azur, er kommt aus dem nahe gelegenen Villeneuve-les-Maguelone. Die beiden besichtigen ebenfalls die Kathedrale. Wir kommen ins Gespräch. Gute Tagesform lässt mich heute fast fließend französisch sprechen. Der Bruder hat in den sechziger Jahren seinen Militärdienst in Speyer am Rhein abgeleistet, fand es sehr kalt dort und erinnert sich an die vielen Eiszapfen. Als ich ihm erzähle, dass wir unser Boot aus Speyer geholt haben und von dort auf Reise gegangen sind, ist man sich sympathisch. Die beiden wollen dann auch alles über unsere weiteren Reisepläne wissen. Dass wir nun 1.500 Kilometer auf Flüssen und Kanälen bis nach Rotterdam fahren wollen, empfinden sie als sehr abenteuerlich.

Der morgendliche Hochnebel, welcher hier oft den gesamten Küstenstreifen belegt, hat sich gelichtet und die Sonne ist da. Heute wird gegrillt! Mit dem Rad mache ich mich auf die Jagd und finde im nächsten Ort Villeneuve-les-Maguelone frischen Lachs auf der Haut und schön abgehangene Rindertournedos. Bei herrlichem Sonnenuntergang sitzen wir an Deck.

An dem Naturanleger bei Maguelone ist genug Platz zum Grillen
Schöner Platz zum Grillen
Es gibt wenig Lastverkehr auf dem Canal du Rhône à Sète
Einer der wenigen Lastkähne auf der Strecke
Abends ist die Stimmung bei Maguelone ruhig und idyllisch
Abendstimmung bei Maguelone

Tipps:

Intermarché sehr gut sortiert und etwa 5 km vom Kanal entfernt – Avenue de la Gard in Villeneuve-les-Maguelone – das Städtchen ist holländischer als Holland, jedenfalls was Fahrradwege angeht, welche hier zweispurig mit großzügiger Vorfahrtsregel für Radler durch den gesamten Ort verlaufen

Published inRouten

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