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Chalon-sur-Saône und St-Jean-de-Losne

2 Tage Fahrt – 131 Kilometer – 3 Schleusen – 12,5 Stunden

Am 13.10.2018 morgens in Mâcon macht sich der Herbst in Form von Morgennebel bemerkbar. Zunächst denken wir noch, es wäre vielleicht besser abzuwarten, da die Sicht im Hafen wirklich schlecht ist. Es ist aber abzusehen, dass die Sonne das bald wegdampfen wird. Frühmorgens sind wir meist alleine auf dem Fluss. Das Wasser ist spiegelklar und wir verursachen die ersten Wellen des Tages und unsere Dieselmotoren durchbrechen die Stille. Das tut uns natürlich leid.

Es ist noch neblig auf der Saône, als wir aus dem Hafen von Mâcon ausfahren
Ausfahrt aus dem Hafen von Mâcon
Herbst an der Saône
Herbststimmung auf der Saône

Wir können diesen Fluss gut leiden. Die Saône hat uns noch nie schlecht behandelt. Immer wenn wir Frankreich Nord-Süd oder Süd-Nord fahren, dann kommen wir auf die Saône. Geht kein Weg daran vorbei. Wir haben hier bereits Orte, auf die wir uns freuen. Einer dieser Orte ist Chalon-sur-Saône. Tolle alte Bausubstanz gibt es hier mit viel Patina. Der Ort ist mit an die 45.000 Einwohnern auch gar nicht so klein.

Puppen wie in der Achterbahn auf dem Flohmarkt in Chalon-sur-Saône
Auf dem Flohmarkt in Chalon-sur-Saône
Altes Gebäude in Chalon-sur-Saône
La Boule Chalonnaise hat schon bessere Zeiten gesehen

Bereits Tage vor der Ankunft in Chalon-sur-Saône freuen wir uns auf den dortigen Carrefour, ein gigantischer Hypermarché in Laufnähe zum Hafen mit allem, was das Herz begehrt. Wir bleiben drei Nächte und sind viermal im Carrefour. Etwas krankhaft ist das schon, aber mit nur einem Gang können wir die erwünschten Vorräte nicht aufs Boot schleppen. Wir besorgen asiatische Fertigsuppen in rauen Mengen für unsere Mittagspausen während der anstehenden langen Kanalfahrt, denn unser Herd funktioniert nicht während der Fahrt, wohl aber unser Wasserkocher. Zudem erwerben wir einige der fettmachenden Schweinereien aus dem Burgund, vor allem Wein, Käse und Nonnettes, zudem Rillettes und Pasteten, das Wichtigste eben. Wichtig ist auch Sushi. Im Carrefour gibt es einen tollen Sushistand mit mehr Personal als in einem Japanrestaurant. 

Mittags auf der Fahrt sind Fertigsuppen sehr praktisch
Vorräte für die Mittagspause auf dem Kanal

Der kleine Hafen von Chalon ist sehr gemütlich und hinter einer Flussinsel, der Île Saint-Laurent, versteckt. Viele Menschen leben hier dauerhaft auf tollen Booten. Für andere ist der Hafen wie für uns ein fester Anlaufpunkt unterwegs nach Nord oder Süd. Wir treffen Dänen, Australier, Schweizer, natürlich Engländer und einige wenige Franzosen.

Der Hafen von Chalon-sur-Saône ist nicht besonders groß, aber sehr gemütlich
Unser Liegeplatz im Hafen von Chalon-sur-Saône
Unsere englischen Nachbarn haben Waschtag
Waschtag auf der Dilli
Neugieriger Schwan im Hafen von Chalon-sur-Saône
Der Schwan glotzt ungeniert in Barbaras Kabine

Auf der Île St-Laurent gibt es eine gute Fresszeile, die Rue de Strasbourg, mit an die 25 Lokalen. Wir landen diesmal im Hong Kong, einem Chinesen. Endlich mal scharfe Küche! Der Franzose scheint im Allgemeinen einen sehr empfindlichen Gaumen zu haben. Selbst wenn man piquant oder fort bestellt, ist man dem Schärfegrad nach regelmäßig allenfalls bei Krankenhauskost. Weiß nicht, woran das liegt. Das ist auch der Grund, warum wir fünf Chilipflanzen auf dem Boot herumfahren.

Die Rue de Strassbourg in Chalon-sur-Saône ist eine richtige Fresszeile
Fresszeile auf der Île Saint-Laurent
Restaurant Hong Kong in Chalon-sur-Saône
Krieger im Restaurant Hong Kong

Am 16.10.2018 geht es weiter nach Saint-Jean-de-Losne, unserem letzten Stop auf der Saône. Von hier aus werden wir in den Canal du Rhône au Rhin abbiegen.

In Saint-Jean-de-Losne ist Rachel Godivala mit ihrem Boot Bandra zu einem festen Anlaufpunkt geworden. Rachel haben wir im September 2017 auf dem Canal de Saint-Quentin im Norden Frankreichs kennengelernt, als wir zusammen einen langen, nassen und sehr kalten Kanaltunnel passieren mussten. Das schweisst zusammen. Rachel und ihr Mann Ray besitzen eine schönes, fliederfarbenes, holländisches Plattbodenschiff, das uns spontan begeistert hat. Auf ihrem Boot vermieten sie auch eine sehr gemütliche Gästekabine inklusive Dachterrasse (justcouplesafloat.com).

Im Tunnel-de-Riqueval werden alle Boote aneinander gehängt und durch den Tunnel geschleppt
Die AWOL im Schlepptau der Bandra im Tunnel-de-Riqueval

Wir sind auf einen Kaffee und später einen Aperitif im Garten und auf der Bandra eingeladen. Eigentlich wollten wir bei uns an Bord Kaffee trinken, aber die drei Hunde von Rachel und Ray können nicht allein bleiben, ohne die Nachbarschaft zusammenzuheulen. Die Bandra liegt aktuell im Hafen an der alten Schleuse von St-Jean-de-Losne. Das ist ein magischer Ort. Das gesamte Hafenbecken steht voll mit großen Peniches, und fast jede hat einen kleinen verwunschenen Garten und stapelweise Brennholz vor der Tür. Glücklicherweise ist hier auch für uns noch ein Platz für eine Nacht frei, da Rachels Nachbar unterwegs ist.

In der alten Schleuse in Saint-Jean-de-Losne liegen viele alte, zu Hausbooten umgebaute Lastkähne
Viele Peniches und die Bandra vorndran
Die Zufahrt zur Alten Schleuse in Saint-Jean-de-Losne ist sehr schmal
Zufahrt zum Hafen Alte Schleuse in Saint-Jean-de-Losne
Saluki Jack und Galga Jess wohnen auf dem Boot
Rachels Hunde Jack und Jess wohnen auch auf der Bandra

 

Published inRouten

2 Comments

  1. Hallo Thomas, wir mögen Chalon auch sehr! Interessanter Beitrag (wir sind auch befreundet mit Rachel und Ray). Zur Zeit liegen wir „auf dem Trockenen“ in Pont-de-Vaux. Ich gucke gern mal wieder rein in diesen Blog!

    • Barbara Barbara

      Freut uns, dass dir unser Blog gefällt. Eurer sieht auch klasse aus! Wir freuen uns darauf, ihn mit etwas Muse ausführlicher zu studieren!

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